Bewertungssystem:


total schlecht - nicht reingehen.


naja - kein muss.


gut - reingehen lohnt sich.


prima - nicht entgehen lassen.


Kult.

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INGLORIOUS BASTERDS

Regie:  Quentin Tarantino, USA, GER 2009

Darsteller:  Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Eli Roth, Diane Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Jacky Ido, B.J. Novak, Omar Doom

Rating:  

Kritik:
Wenn ich nach über zwei Jahren Abstinenz mal wieder eine Kritik schreibe, dann nur, weil ich nun wirklich mal wieder im Kino war. Denn den neuen Film des großen Meisters wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen. ;-)

Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine handvoll amerikanischer Soldaten, die Inglorious Basterds, werden in einem "von Nazis besetzten Frankreich" abgesetzt, um möglichst "viele Nazis zu killen". Der Showdown findet in einem Kino statt, in welchem die Premiere eines Propagandafilms statt finden soll. Die jüdische Besitzerin und die Inglorious Basterds wollen diese Gelgenheit nutzen ...

Wenn es mal so gelaufen wäre ... Geschichtlich soweit von der Wahrheit entfernt wie Tarantino von Spielberg, erzählt Tarantino hier ein Märchen, welches sich vielleicht so hätte abspielen können. Die an sich einfache Geschichte (gerade mal zwei relative geradlinie Handlungsstränge) ist ziemlich unspektakulär und bietet wenig Überraschungen.

Konnte man an den Gewalt- und Blutszenen von Kill Bill noch richtig Spaß haben, weil sie so überdreht und komisch waren, will sich dieses Gefühl bei den "Basterds" nicht so recht einstellen. Zu uninspiriert wird dort scalpiert, geschossen und geschlagen. Keine Frage: auf virtuose Dialoge, die vor Ironie nur so strotzen, muss man natürlich nicht verzichten. Vielleicht retten diese auch den Film.

Schauspielerisch überragt Christoph Walz spielend die Riege der sich eingefunden Stars und Sternchen aus Deutschland und Hollywood, Brad Pitt eingeschlossen. Obwohl die Rolle des "Judenjägers" Hans Landa sicher dankbar ist, schafft es Waltz, dieser Rolle eine ganz eigene Persönlichkeit zu verleihen. Trotz des fiesen, ja teuflischen Charakters empfindet man sogar eine gewisse Sympathie, die im Charme des Wahnsinnigen begründet liegt. Daniel Brühl nutzt seine etwas größere Nebenrolle, macht seine Sache ganz solide und empfiehlt sich damit sicher auch für die Traumfabrik. Der von ihm verkörperte Charakter des Frederick Zoller ist an sich schon so abscheulich unsympatisch angelegt, dass Brühl nicht viel tun muss, um den Charakter glaubhaft wirken zu lassen. Gedeon Burkhard und Til Schweiger haben so kleine Rollen, dass eine Bewertung nicht wirklich nötig und möglich ist. Zu erwähnen wäre noch August Diehl, der in der (kleineren) Rolle des Sturmhauptbahnführers Hellstrom glänzt. Brad Pitt spielt den Anführer der Basterds Aldo Raine eher routiniert und man hat durchaus das Gefühl, dass er sich sehr auf seine Wirkung auf der Leinwand verlässt. Ich finde, er hätte hier und da noch etwas mehr seines Könnens zeigen dürfen. Gerade im Spiel mit Waltz wirkt Pitt seltsam blaß und farblos. Mélanie Laurent hingegen spielt die Rolle der jüdischen Kinobesitzerin Shosanna Dreyfus in all ihren Facetten sehr glaubwürdig und mit viel Hingabe.

Alles in allem schon ein ganz ordentlicher Tarantino-Streifen. Ich denke, es wäre durchaus noch Potential für mehr gewesen, vielleicht waren aber auch einfach meine Erwartungen zu groß.